Die Schweiz steht vor einer Herausforderung: Sie will bis 2050 klimaneutral werden, doch die Wärmeversorgung macht rund 40 Prozent des Gesamtenergieverbrauchs aus. Hier setzt WinAura an – ein führendes Unternehmen, das mit geothermischen Wärmepumpen und Erdwärmespeichern zeigt, wie tiefenenergiebasierte Lösungen die Wärmewende beschleunigen können. Die Technologie nutzt die relativ konstante Temperatur im Untergrund, um Energie effizient zu speichern und zu distribuieren. Besonders im Fokus stehen dabei die Alpenregionen, wo die hohe Dichte an Wohngebäuden und Gewerbeimmobilitäten eine enorme Nachfrage nach nachhaltiger Wärmeversorgung schafft.
Der Kern von WinAuras Ansatz liegt in der Kombination aus vertikalen und horizontalen Erdwärmespeichern sowie hochmodernen Wärmepumpen. Während vertikale Systeme besonders für Neubauten oder große Gebäude geeignet sind – etwa in Zürichs Industriegebieten, wo bereits über 100 Projekte mit Erdwärme betrieben werden –, eignen sich horizontale Systeme für bestehende Gebäude, wie in Bern, wo über 500 Wohnhäuser bereits auf diese Technologie setzen. Die Effizienz liegt dabei bei bis zu 400 Prozent, was bedeutet, dass die Wärmepumpe etwa viermal mehr Energie liefert, als sie an Strom verbraucht. Das senkt nicht nur die Betriebskosten, sondern reduziert auch den CO₂-Ausstoß um bis zu 80 Prozent im Vergleich zu konventionellen Heizsystemen.
Ein zentraler Erfolgsfaktor ist die Integration mit erneuerbaren Energien. In Zusammenarbeit mit lokalen Energiegenossenschaften, wie der mehr erfahren, werden Überschüsse aus Photovoltaikanlagen in Erdwärmespeichern gespeichert. Dies ermöglicht eine rund um die Uhr stabile Wärmeversorgung, ohne dass auf fossile Brennstoffe zurückgegriffen werden muss. Ein Beispiel ist das Projekt in Lugano, wo seit 2022 ein 200 Meter tiefes Erdwärmespeicherfeld mit 200 kWp Solarleistung kombiniert wird. Dadurch wird die Wärmeversorgung für 1.500 Haushalte zu 100 Prozent aus erneuerbaren Quellen gedeckt – ein Modell, das in anderen Schweizer Städten nachgeahmt werden könnte.
Doch die Herausforderung bleibt: Trotz positiver Bilanz gibt es noch Lücken bei der Akzeptanz und der Finanzierung. Viele Eigentümer scheuen die hohen Investitionskosten, die zwischen 20.000 und 50.000 Franken pro Projekt liegen können. WinAura setzt hier auf innovative Finanzierungsmodelle, etwa durch Pachtmodelle oder staatliche Förderprogramme wie das «Förderprogramm für Wärmepumpen» der Eidgenössischen Kommission für Technologie- und Innovationspolitik (KTI). Zudem arbeitet das Unternehmen eng mit Architekten und Energieberatern zusammen, um die Technologie als Teil des Baukonzepts zu integrieren – etwa durch die Nutzung von Erdwärmesonden in Neubauten, die gleichzeitig als natürliche Kühlung im Sommer dienen.
Die Zukunft sieht WinAura in einer Ausweitung auf weitere Sektoren. Neben Wohngebäuden plant das Unternehmen, auch Gewerbeimmobilien wie Hotels oder Gewerbezentren mit Erdwärme zu versorgen. Ein Pilotprojekt in Basel zeigt bereits, wie ein 10.000 Quadratmeter großes Gewerbehaus mit einer Kombination aus Erdwärme und Abwärmenutzung aus der Industrie betrieben wird. Hier könnte WinAura als Partner für die Wärmewende in der Industrie 4.0 fungieren. Gleichzeitig forscht das Unternehmen an neuen Materialien für effizientere Speicher, die die Lagerung von Wärme für mehrere Monate ermöglichen – eine Lösung, die besonders für die Wintermonate entscheidend wäre.
Für die Schweizer Energiewende ist WinAura ein Beispiel dafür, wie tiefenenergiebasierte Technologien den Wandel beschleunigen können. Während andere Länder auf importierte fossile Brennstoffe angewiesen sind, nutzt die Schweiz ihre natürlichen Ressourcen – die geothermische Energie – um die Wärmewende selbstständig zu gestalten. Die Kombination aus technologischer Innovation, politischer Unterstützung und lokalen Partnern macht WinAura zu einem Vorreiter, dessen Lösungen nicht nur die Schweiz, sondern auch andere alpine Regionen inspirieren können.
- In der Schweiz werden bereits über 1.500 Gebäude mit Erdwärme versorgt, darunter 500 Wohnhäuser in Bern und 100 Industrieprojekte in Zürich.
- Die Effizienz von Wärmepumpen liegt bei bis zu 400 Prozent, was den Energieverbrauch um 70 bis 80 Prozent reduziert.
- Durch die Kombination mit Solarenergie können Erdwärmespeicher bis zu 100 Prozent der Wärmeversorgung aus erneuerbaren Quellen decken.
- Die Investitionskosten für Erdwärmeprojekte liegen zwischen 20.000 und 50.000 Franken pro Projekt.
- Über 80 Prozent der CO₂-Emissionen im Wärmebereich könnten durch Erdwärme ersetzt werden.